10 fragen und antworten rund um das hausgeld

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Hausgeld
10 fragen und antworten rund um das hausgeld
WEG: überblick über die wohnungseigentümer-gemeinschaft
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10 fragen und antworten rund um das hausgeld

10 fragen und antworten rund um das hausgeld

Für jeden Wohnungseigentümer tut sich nach Kauf einer Eigentumswohnung eine Welt an neuen Begriffen, Regeln und Pflichten auf. Nicht nur frischgebackenen Erstwohnungsbesitzer stellen sich viele Fragen rund um das Thema Hausgeld. Auch alteingesessene Miteigentümer suchen regelmäßig Informationen zu diesem Thema. Wir haben 10 Fragen und deren Antworten für Sie zusammengetragen.


Inhaltsverzeichnis

Hausgeld, was ist das?

Hausgeld sind monatliche Vorschüsse, die Sie als Wohnungseigentümer an die Verwaltung zahlen müssen. Das Hausgeld dient dazu, die laufenden Kosten der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zu decken.

Als Wohnungseigentümer besitzen Sie nicht nur Ihre Wohnung, sondern Sie haben auch Anteile am Gemeinschaftseigentum, wie zum Beispiel dem Treppenhaus, dem Eingangsbereich, dem Fahrstuhl oder dem Garten. Die laufenden Kosten für dieses Gemeinschaftseigentum werden von allen Eigentümern getragen. Zu diesen laufenden Kosten kommt noch die verpflichtende Erhaltungsrücklage (früher: Instandhaltungsrücklage), die monatlich einzuzahlen ist.

Kurz gesagt: Hausgeld = laufende Kosten des Gemeinschaftseigentums + Erhaltungsrücklage + Verwaltungskosten

Ist Hausgeld für eine Eigentumswohnung verpflichtend?

Ja, als Wohnungseigentümer sind Sie verpflichtet Hausgeld. Das Wohnungseigentumsgesetz (§ 16 Abs. 2 WEG) schreibt vor, dass jeder Miteigentümer verpflichtet ist, seinen Anteil an den Kosten und Lasten der Eigentümergemeinschaft zu tragen. Unabhängig davon, ob der Eigentümer in der Wohnung lebt, diese vermietet oder die Wohnung leerstehen lässt, das Hausgeld ist in jedem Fall vom Eigentümer zu bezahlen.

Gut zu wissen:

Das Wohnungseigentumsgesetz oder kurz WEG benutzt nicht den Begriff Hausgeld, sondern spricht von Kosten und Lasten. Die rechtliche Grundlage für das Hausgeld finden Sie im § 16 Nutzungen, Lasten und Kosten, Abs. 2, 7 und 8.

Kann man Hausgeld auf Mieter umlegen?

Sie vermieten Ihre Wohnung und fragen sich ob das Hausgeld auf den Mieter umgelegt werden kann? Das Weiterverrechnen des Hausgeldes an den Mieter ist grundsätzlich möglichAllerdings können Sie nur jene Posten des Hausgelds auf den Mieter umlegen, die Betriebskosten im Sinne der Betriebskostenverordnung sind. In der Betriebskostenverordnung (BetrKV ) finden Sie eine Liste mit 17 Punkten, die die umlagefähigen Kosten aufführt, die Sie dem Mieterweiterverrechnen können.

Auf Mieter umlagefähige Posten sind zum Beispiel:

  • Reinigung und Pflege
  • Wasser
  • Heizkosten inklusive Warmwasser
  • Versicherungskosten
  • Kosten für gemeinschaftlich genutzte Anlagen und Räume (Aufzug, Waschküche und Trockenräume, Kabelanschluss…)
  • Hausmeistervergütung

Die folgenden Posten des Hausgeldes können nicht auf den Mieter umgelegt werden und muss der Eigentümer selbst tragen:

  • Verwaltungskosten der WEG
  • Erhaltungsrücklage
  • Reparatur und Instandhaltungskosten

TIPP:

Es muss im Mietvertrag vereinbart sein, dass der Mieter die Betriebskosten (Nebenkosten) trägt. Nur dann kann ein Teil des Hausgeldes auf den Mieter umgelegt werden.

Was beinhaltet das Hausgeld? Welche Kosten zählen dazu?

Das Hausgeld kann in drei Kategorien aufgeteilt werden:

  • Betriebskosten: Unter Betriebskosten fallen alle laufenden Kosten, die zur Bewirtschaftung der WEG notwendig sind. Dies umfasst zum Beispiel Reinigungskosten, Kosten für den Hausmeister, Abfallentsorgung, Versicherungskosten für das Gebäude, Wartung der Aufzüge sowie allgemeine Versorgungskosten (Strom, Wasser, Abwasser). Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) beinhaltet eine umfangreiche Liste an Betriebskosten.
  • Erhaltungsrücklage (früher Instandhaltungsrücklage): Die WEG ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Rücklage für größere Instandhaltungsmaßnahmen zu bilden: Neue Heizungsanlage, Fassadenisolierung, neuer Anstrich der Hausfassade. So wird für in Zukunft notwendige Investitionen und Reparaturen vorgesorgt und Kosten werden auf mehrere Jahre verteilt.
  • Verwaltungskosten: Darunter fallen alle Kosten in Zusammenhang mit der Verwaltung der WEG, wie zum Beispiel Honorare oder Vergütung für den externen Verwalter, Aufwandsentschädigung für den Verwaltungsbeirat, Kosten für die Erstellung von Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung, Kosten für die Prüfung von Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung, Kosten für die Durchführung von Wohnungseigentümerversammlungen.

Wie viel Hausgeld muss jeder Eigentümer zahlen?

Nicht jeder Eigentümer zahlt pro Monat den gleichen Betrag an Hausgeld.

Die Kosten der WEG werden auf die verschiedenen Miteigentümer verteilt. Um die Aufteilung fair zu gestalten, werden sogenannte Verteilerschlüssel angewendet.

In den meisten Fällen wird der Miteigentumsanteil (MEA) als Verteilerschlüssel verwendet. Der MEA wird als rechnerischer Bruchteil ausgewiesen. Zum Beispiel eine Wohnung mit 1.50/10.000 MEA hat somit 1,5 % Anteil am Gemeinschaftseigentum und beteiligt sich mit 1,5 % an den Kosten der WEG.

Es ist aber auch möglich, andere Verteilerschlüssel (pro Wohneinheit, m2 Wohnfläche, Anzahl der Personen im Haushalt) in der Teilungserklärung (Teil des Grundbucheintrags) festzulegen.

Eine Ausnahme gilt für gemeinsame Heizungsanlagen: Gibt es eine gemeinsame Heizungsanlage, so müssen die Heizkosten laut der Heizkostenverordnung abgerechnet werden.

Gibt es Richtwerte für Hausgeld?

Die Höhe des Hausgeldes hängt von vielen Faktoren ab.

Angefangen bei den Verwaltungskosten über die Größe und Ausstattung der WEG (Grünflächen, Schwimmbad, Fahrstühle) und der Pflegekosten (Hausmeister, Reinigung, Winterdienst) spielt auch das Alter der Gebäude eine Rolle (die Erhaltungsrücklage und Reparaturkosten werden bei Neubauwohnungen viel niedriger veranschlagt als bei alten Gebäuden).

Als Richtwert können Beträge zwischen 2,5 € und 4,5 € pro Quadratmeter genannt werden.

Auch innerhalb derselben WEG zahlt nicht jeder Eigentümer den gleichen monatlichen Betrag, da die Gemeinschaftskosten über einen Verteilerschlüssel gerecht unter allen Miteigentümern aufgeteilt werden.

Wie wird die Höhe des Hausgeldes berechnet?

Zur Berechnung des monatlichen zu zahlenden Hausgeldes wird der Wirtschaftsplan sowie der Verteilerschlüssel herangezogen. Der Wirtschaftsplan wird jährlich erstellt, die Verteilerschlüssel können aus der Teilungserklärung abgeleitet werden.

Beispiel:

Wie viel Hausgeld muss Herr Mayer pro Monat zahlen, unter der Annahme, dass Herr Mayer einen Anteil von 1.50/10.000 MEA an der WEG hat und der Wirtschaftsplan für das kommenden Jahr mit 250.000 € berechnet wurde? Herr Mayer muss 1,5% der 250.000 € tragen (3.750 €). Das monatliche Hausgeld beträgt für ihn also 315,50 €.

Was, wenn ein Miteigentümer sein Hausgeld nicht zahlt?

Es kann leider vorkommen, dass Miteigentümer ihrer Zahlungsverpflichtung des Hausgeldes nicht nachkommen. Bei solchen Hausgeldrückständen muss der Hausverwalter tätig werden.

Sollten persönliche Gespräche mit dem betroffenen Eigentümer zu keiner Lösung führen (z.B. Ratenzahlung), so müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Achtung: Sollte es zu einem Zahlungsausfall kommen, ist dieser von den übrigen Miteigentümern auszugleichen.

Gut zu wissen:

Sie sind Matera Kunde? Die Mitarbeiter unserer Rechtsabteilung kümmern sich um die Bearbeitung unbezahlter Rechnungen, die ihr Gemeinschaftseigentum betreffen. Und zwar ohne zusätzliche Kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Hausgeld und Wohngeld?

Der Begriff Wohngeld wird umgangssprachlich manchmal synonym zum Begriff Hausgeld verwendet.

Richtig ist aber, dass es sich beim Wohngeld um einen staatlichen Zuschuss zu Mietkosten handelt, der im Wohngeldgesetz (WoGG) verankert ist.

Wohingegen Hausgeld die Kosten und Lasten der Wohnungseigentumsgemeinschaft betrifft und im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) definiert ist.

Was ist der Wirtschaftsplan und die Jahresabrechnung?

Der Wirtschaftsplan listet alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben der WEG für das kommenden Jahr auf, inklusive der Erhaltungsrücklage.

Der Wirtschaftsplan dient als Berechnungsbasis für das monatlich zu zahlende Hausgeld.

Der Wirtschaftsplan wird vom Verwalter erarbeitet und muss in der jährlichen Eigentümerversammlung beschlossen werden (einfache Mehrheit).

Am Ende des Jahres erfolgt dann die Jahresabrechnung: Der Verwalter überprüft, ob die tatsächlich angefallenen Kosten höher oder niedriger waren als geplant und ob die monatlichen Vorauszahlungen ausreichend waren.

Je nach Ergebnis bekommt der Eigentümer eine Rückerstattung oder muss eine Nachzahlung leisten.